LBV Gebietsbetreuung Obere Isar (& Karwendel)

von links: Dr. Norbert Schäffer (LBV-Landesvorsitzender), Michael Schödl und Birgit Weiß (Gebietsbetreuung), Fabian Unger; Foto: Roman Spies

 

Schutz der Isar und Fortführung der Gebietsbetreuung 

 

„Der Schutz der Isar ist dem Landesbund für Vogelschutz e.V. eine Herzensangelegenheit“, schreibt der Landesvorsitzende Dr. Norbert Schäffer in der neuen Auenbroschüre. Diese hat der LBV für 14 bayerische Gebietsbetreuer, die in Auen Schwerpunkte haben, herausgegeben: von der Rhön bis zum Karwendel. Zwei der Gebietsbetreuer sind Birgit Weis und Michael Schödl. Sie sind langjährig an der Isar tätig und ihre Stellen wurden unter Trägerschaft des LBV und unter Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds nun bis April 2024 verlängert. Brigit Weis ist ab jetzt schwerpunktmäßig in den Loisach-Kochelsee-Mooren für das Thema Besucherlenkung zuständig. Die Broschüre ist über die Gebietsbetreuung gegen Rückporto erhältlich.

 

Aber Dr. Schäffer kam auch noch aus einem anderen Grund. Erst vor kurzem hat der LBV zusammen mit 13 Naturschutz-, Umweltorganisationen und Vereinen ein Forderungspapier zur Neukonzessionierung des Walchenseekraftswerkssystemes der Öffentlichkeit vorgestellt. Fabian Unger hat die Erarbeitung dieses Papiers in den letzten beiden Jahren verbandsübergreifend koordiniert. Deshalb besichtigte man den Knackpunkt der letzten Wildflusslandschaft mit weitgehend vollständigem Arteninventar: das Krüner Wehr. Dessen Bewirtschaftung wirkt sich entscheidend auf die Wildflusstrecke und den Hochwasserschutz aus.

 

Nachdem das Genehmigungsverfahren bis 2030 andauern kann ist Unger derzeit in die Vorbereitung eines Artenhilfsprogrammes für Kiesbrüter (Flussuferläufer, Flussregenpfeifer) eingebunden. Den Bewohnern des Isartals sind die gelben Schilder schon länger bekannt. Sie weisen auf die Brutbereiche der Kiesbrüter hin, die durch das Schild zeitweise behördlich gesperrt sind. Diese Beschilderung wird aktuell von der Tiroler Achen bis zur Iller verwendet und soll nun auf ganz Bayern ausgeweitet werden. 

 

Der LBV bittet auf die beschilderten Bereiche Rücksicht zu nehmen, denn die ersten Kiesbrüter sind bereits aus dem Winterquartier in Afrika angekommen. Es bleibt noch genug Platz da den Fluss zu erleben und eigentlich will man die Vögel auch in Ruhe brüten lassen. Nur erkennt man als Laie halt oft nicht, wo das stattfindet. Deshalb die Kennzeichnung.

 

Wasser für die wilde Isar 

 

Unter diesem Titel lief am Mittwoch den 13.1.21 um 20:15 der neue Film von Jürgen Eichinger und Angelika Vogel im Bayerischen Fernsehen. In der Sendereihe „Natur Exclusiv“ beleuchtet Eichinger den schon fast 100jährigen Konflikt von Wasserkraftnutzung und Naturlandschaft. 

 

LBV-Gebietsbetreuer Michael Schödl „musste“ die zweijährigen Filmaufnahmen im Rahmen seiner Tätigkeit begleiten. Nur so konnte sichergestellt werden, dass z.B. bei Drohnenaufnahmen, die in Naturschutzgebieten generell genehmigungspflichtig sind, kein Schaden für Kiesbrüter und sonstige Arten entsteht. Da der Film aber auf die speziellen Probleme des europäisch und national geschützten Gebietes hinweist, war eine Ausnahmegenehmigung möglich.

 

„Es geht um den zukünftigen Umgang mit einer einzigartigen Wildflusslandschaft mit rund 200 seltenen Tier- und Pflanzenarten“, so Schödl. Die Aktualität erreicht der Film durch den Bezug auf die im letzten Jahr gekündigte Konzession des Walchenseekraftswerks. Bis 2030 hat der jetzige Betreiber oder auch andere Bewerber die Möglichkeit einen Antrag auf Weiterbetrieb zu stellen. In dem umfangreichen Verfahren wird man nachweisen müssen, was am Betrieb zu einer Verbesserung der Bedingungen am Wildfluss geändert werden kann.

Der Schutz der Kiesbrüter an der Isar geht weiter

 

Das dreijährige EU-INTERREG-Projekt „Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen“ 

wurde Ende 2020 abgeschlossen.

Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen im Gebiet geht auch 2021 weiter.

 

Das Projektabschlussvideo und die entstandenen Materialien finden Sie hier.

 

 

 

 

Der Bayerische Naturschutzfonds, der Bezirk Oberbayern, der Landkreis Garmisch-Partenkirchen und der Landesbund für Vogelschutz e.V. finanzieren die LBV - Gebietsbetreuung an der Oberen Isar & Karwendel.

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